Die gelenkte Konsumgesellschaft ​​


  • Diese Doku ist wirklich sehr gut und zeigt auf, wie die Industrie schon seit Langem unglaublichen Einfluß auf uns, die Politik, und vorallem auf die Kinder ausübt. Oder wie zum Beispiel die Pharmaindustrie Krankheiten erfindet, um Produkte vermarkten zu können. Ihnen ist jedes Mittel recht, Hauptsache der Rubel rollt.

    Man kann davon ausgehen, dass wir nicht nur im Konsum derartig kontrolliert und gelenkt werden, sondern auch in der Weltanschauung, in der Politik usw. Längst gibt es Begriffe dafür wie Fragmentierung, Framing, oder Nudging.


    Passend dazu dieser Artikel, der aufzeigt, dass genau die Leute, die unseren Konsum beeinflussen, auch die Politik lenken. Hier am Beispiel Agrar-, Klima-, und Umweltpolitik


    Landwirtschaft: Fragwürdige Verflechtungen - Wirtschaft - Süddeutsche.de

    Ergänzend dazu der neueste Bericht von Lobbycontrol:


    EU-Lobbyreport: "Konzerne haben zu viel Macht in Europa" | LobbyControl


    Hier eine Arbeit von Kerem Schamberger (ab S. 15) mit einem kritischen Blick auf den "grünen Kapitalismus", der versucht die aktuellen Klimabewegungen FFF und XR zu nutzen, um neue Absatzmärkte zu schaffen. Auch hier sollten wir kritisch bleiben.


    gruener-kapitalismus-schamberger.pdf?fbclid=iwar3oj0foe88mspbmlnqxjjce_snub_uejtwrfognvtwky1ofzjhrwc0prna


    Edward Bernays der Vater der Public Relations, ein Neffe von Sigmund Freud. Er hat diese Maschinerie damals in Gang gesetzt. Schon in den Ursprüngen sieht man, dass auch die Politik von der Marketinglobby maßgeblich beeinflusst wurde und mit diesen Techniken auch unsere politische Meinung usw. geformt werden.


    (...) Das Freudsche Menschenbild ist grundlegend für Bernays Wirken und Argumentation: Der Mensch ist ein irrationales, von unbewussten Triebimpulsen motiviertes Wesen, das notwendig kultureller Bändigung und Steuerung bedarf. Dies gilt insbesondere für die Psychologie der Masse. Auf dieser Grundlage entwickelte er Kampagnen zur Meinungsbeeinflussung auf Basis damals aktueller Erkenntnisse der Massenpsychologie. Bernays argumentierte:


    „Wenn wir den Mechanismus und die Motive des Gruppendenkens verstehen, wird es möglich sein, die Massen, ohne deren Wissen, nach unserem Willen zu kontrollieren und zu steuern.“

    Er bezeichnete diese auf Wissenschaft basierende Technik der Meinungsformung als engineering of consent (sinngemäß: Technik zur Herstellung von Zustimmung und Konsens). Bernays wohl bekanntestes Buch Propaganda (1928) beginnt mit dem Kapitel Organising Chaos und den Worten:


    „Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die ungesehenen Gesellschaftsmechanismen manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes ist. Wir werden regiert, unser Verstand geformt, unsere Geschmäcker gebildet, unsere Ideen größtenteils von Männern suggeriert, von denen wir nie gehört haben. Dies ist ein logisches Ergebnis der Art wie unsere demokratische Gesellschaft organisiert ist. Große Menschenzahlen müssen auf diese Weise kooperieren, wenn sie in einer ausgeglichen funktionierenden Gesellschaft zusammenleben sollen. In beinahe jeder Handlung unseres Lebens, ob in der Sphäre der Politik oder bei Geschäften, in unserem sozialen Verhalten und unserem ethischen Denken werden wir durch eine relativ geringe Zahl an Personen dominiert, welche die mentalen Prozesse und Verhaltensmuster der Massen verstehen. Sie sind es, die die Fäden ziehen, welche das öffentliche Denken kontrollieren.“


    Bernays entwickelte einen Acht-Punkte-Plan zur Durchführung einer PR-Kampagne, der auch heute noch häufig als Grundlage vieler PR-Kampagnen weltweit Verwendung findet und ebenso als Basis für die Arbeit gemeinnütziger Organisation dienen kann:


    - Definiere Deine Ziele

    - Führe Forschungen durch

    - Verändere Deine Ziele auf Basis dieser Forschungen

    - Lege eine Strategie fest

    - Erstelle Themengebiete, Symbole und Anreize

    - Rufe eine Organisation ins Leben, um deine Strategie auszuführen

    - Entscheide über den Zeitplan und die Taktiken

    - Führe deine Pläne aus


    Eine seiner bevorzugten Techniken zur Manipulation der öffentlichen Meinung war die indirekte Nutzung prominenter Dritter: „Wenn man die Führer beeinflussen kann, entweder mit oder ohne deren bewusste Zusammenarbeit, beeinflusst man automatisch deren Gruppe“. (...)


    (...) In den Nachkriegsjahren versuchte er, die Wirksamkeit von Propaganda als Steuerungsmittel des Kaufverhaltens und politischer Meinungsbildung einer Massendemokratie auch in Friedenszeiten nutzbar zu machen. Um den belasteten Begriff Propaganda zu vermeiden, nannte er sein Vorgehen Public Relations.[4] Bernays arbeitete für verschiedenste Wirtschaftsunternehmen, aber auch für karitative Vereinigungen. Klienten waren u. a. der US-Präsident Calvin Coolidge, Procter & Gamble, CBS, British American Tobacco, United Fruit, General Electric und Dodge Motors. Ab den 1920ern wirkte er einige Jahre für die amerikanische Tabakindustrie, auch für die American Tobacco Company (ATC).

    der Konsument Bernays’ kauft Dinge zur Selbstdarstellung und zum Selbstausdruck: „Express yourself“ sollte zur maßgeblichen Maxime der Kaufentscheidung werden, die Werbung an das irrationale Begehren der Kunden appellieren.


    Als die American Tobacco Company ihn bat, den Umsatz ihrer Lucky Strike Zigaretten zu steigern, befragte Bernays Abraham Brill, den führenden Schüler seines Onkels in New York nach dem symbolischen Mehrwert der Zigarette für das weibliche Unbewusste. Der bestätigte ihm den phallischen Symbolcharakter der Zigarette als Zeichen männlicher Macht und wies auf den freudschen Penisneid als unbewusste Motivation von Frauen im Umgang mit Zigaretten hin. Tatsächlich galt vor allem öffentliches Rauchen für Frauen zu dieser Zeit als Tabu.

    Bernays versuchte, das Rauchen auch für Frauen akzeptabel und attraktiv zu machen. Er beeinflusste dazu unter anderem die Modeindustrie, den typischen Grünton der Lucky-Strike-Packungen zur Farbe der Saison zu machen. Er beauftragte öffentlichkeitswirksam eine Gruppe von Frauen und bat sie, für die Osterparade 1929 sich als Suffragetten zu verkleiden. Die Frauen marschierten durch New Yorks Fifth Avenue; als Zeitungsreporter sie fotografierten, zündeten sie Zigaretten an und proklamierten diese als „torches of freedom“ (Fackeln der Freiheit). Die Werbestrategie zielte darauf ab, Zigaretten als Symbol weiblicher Emanzipation zu etablieren und den Widerstand der Frauen gegen das Rauchen zu brechen.[5][6] Einige Jahrzehnte später (in den 1960ern) arbeitete er für die Anti-Rauch-Kampagne. (...)


    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Bernays



    Recheriert von Cecilia Wetz



    Bild von TheDigitalArtist auf Pixabay




    Artikel: Die gelenkte Konsumgesellschaft

    Kategorie: Gesellschaft

    Ersteller: Flora

    "Wenn die Klügeren immer nachgeben, geschieht nur das, was die Dummen wollen." ~ Unbekannt ~